Rezension – Danielle McLaughlin: „Dinosaurier auf anderen Planeten“

Titel: „Dinosaurier auf anderen Planeten“

Autorin: Danielle McLaughlin

Übersetzerin: Silvia Morawetz

Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Jahr: 2021

Seitenzahl: 256 Seiten

Triggerwarnung: Tod, mentale Probleme (angedeutet), Tierquälerei

Bewertung: 3,5 / 5

Bewertung: 3.5 von 5.

Zum Buch

Hallo ihr Lieben, lange keine Rezension mehr von mir gelesen… Im Moment liegt dank privater Probleme und Bachelorarbeit bei mir einiges auf Eis. Auch die Rezensionen. Aber wenigstens vier weitere werden noch kommen! „Dinosaurier auf anderen Planeten“ kam mir da ganz recht, da es sich hierbei um eine Sammlung von Kurzgeschichten handelt und ich mir das Lesen gut einteilen konnte. Ein bisschen habe ich das Buch zusammen mit Gabriela vom Buchperlenblog gelesen – sozusagen ein halber Buddyread. Ihre Rezension könnt ihr >hier< lesen. Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar vom Bloggerportal erhalten, an dieser Stelle vielen Dank dafür!

Inhaltsangabe:

Eine junge Frau lernt ihren Mann ganz neu kennen, als sie zum ersten Mal seine Heimat an der nordirischen Küste besuchen; eine Mutter will verstehen, warum ihr kleiner Sohn so besessen ist von Tierknochen und der Apokalypse; ein Mann ist hin- und hergerissen zwischen seinem fordernden Job in der Stadt und den Nöten seiner Frau und seiner kleinen Tochter in ihrem neuen Heim auf dem Land … In diesen Geschichten ist die Welt ebenso schön wie fremd. Männer und Frauen, Alt und Jung bewegen sich durchs Leben, wie ein Tourist ein fernes Land erkundet: aufmerksam, mit einer Mischung aus Staunen und Misstrauen. Sie leben in ständiger Gefahr, missverstanden, verletzt oder abgelehnt zu werden, und wollen doch nur begreifen, wer sie sind, in welcher Welt sie leben.

Danielle McLaughlin: „Dinosaurier auf anderen Planeten“

Mich hat das Buch besonders aufgrund der Gestaltung angesprochen. „Dinosaurier auf anderen Planeten“ ist der Name einer der Kurzgeschichten und der Silberreiher eine Anspielung auf die vierte Geschichte, „Die Reiher am Fluss“. Die Kontraste rot, schwarz und weiß und wie sich die Farben in dem Abbild des Reihers wiederfinden, haben mir gut gefallen. Irgendwie furchteinflößend und geheimnisvoll…

Ich persönlich lese Kurzgeschichten sehr gern! Auch, wenn es um das Schreiben geht, ziehe ich meist Kurzgeschichten langen Romanen vor (aufgrund meines nicht vorhandenen Durchhaltevermögens haha). Die Stärke des Genres besteht meiner Meinung nach darin, dass man auf wenigen Seiten einen großen Sog auf die Leserschaft ausüben und ein spezifisches Setting vorstellen kann. Und da wir mit McLaughlins Werken nach Irland und in ländliche Regionen entführt werden, war es auch gleich eine kleine Reise, die uns dieser Sog geboten hat. Den Schreibstil der Autorin mochte ich die meiste Zeit über sehr. Besonders ihre Art, atmosphärische Szenen aufzubauen, hat mich beeindruckt.

Allerdings sind die Stimmungen der Geschichten fast alle eher unangenehm und regelrecht bedrückend. Das sollte vor dem Lesen beachtet werden. Und entgegen der Behauptung auf dem Klappentext, dass der „veränderliche, unsichere Platz im Universum“ der Charaktere beschrieben wird, kam es mir (und Gabriela) eher so vor, dass sich am Ende in den meisten Fällen gar nicht so viel für die Charaktere geändert hat. Viele von ihnen sind in ihrem Leben stagniert, sind irgendwie festgefahren oder hängen noch der Vergangenheit nach. McLaughlin spielt gekonnt mit den Lücken und dem Ungesagten. Am Ende beschlich mich oft ein Grübeln, wie es wohl mit den Charakteren weitergehen würde. Außerdem sorgten die Erzählsituationen dafür, dass alles ganz eingeschränkt aus der Sicht der Protagonist*innen wahrgenommen wird. Nur eine Geschichte wird aus der Sicht einer Ich-Erzählerin berichtet, und dennoch herrscht vorwiegend eine autodiegetische Erzählperspektive mit interner Fokalisierung. Also: Was die Charaktere nicht wissen, wissen wir als Leser*innen auch nicht. Wir zweifeln mit ihnen, wir bangen und wundern uns wie sie. Und genau das sorgt für das Grübeln über das Ende der Geschichten und das Ungesagte innerhalb der unterschiedlichen Handlungen. Das hat die Geschichten, die an sich alle sehr unspektakulär beginnen, trotzdem sehr spannend gemacht.

Irgendwie habe ich dennoch einige Male das Buch unzufrieden zugeklappt. Ich vermute, dass es daran liegt, dass mir einige Probleme und Konflikte der Charaktere noch sehr fern und verschlossen geblieben sind. Die meisten von ihnen sind signifikant älter als ich, aber einige waren jünger oder gleichalt, also hätte es eigentlich nicht daran liegen können. Zumal ich dieses Gefühl bei anderen Büchern, z. B. Romanen von Haruki Murakami, dessen Protagonisten häufig älter sind als ich, eigentlich nicht habe. Vielleicht stößt da das Genre ein bisschen an seine Grenzen, da Kurzgeschichten eher offen bleiben und eben kurz sind. In Romanen kann man Konflikte und Charakterzüge noch mehr ausbauen und ihnen mehr Seiten widmen. Des Weiteren haben mich einige Sexszenen gestört, mit denen ich manchmal nicht viel anfangen und innerhalb der Handlung nicht begreifen konnte. Das ist aber wirklich höchst subjektiv und ich habe es nicht direkt in meine Bewertung einfließen lassen. Letztendlich war diese Kurzgeschichten-Sammlung dennoch ein interessantes, mysteriöses Leseerlebnis und ich gebe „Dinosaurier auf anderen Planeten“ 3,5 von 5 Sternen.

Meine Top 3 Favoriten der Kurzgeschichten: „Die Nacht des Silberfuchses“, „Ein anderes Land“, „Dinosaurier auf anderen Planeten“

[Rezensionsexemplar]

2 Gedanken zu “Rezension – Danielle McLaughlin: „Dinosaurier auf anderen Planeten“

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